PROCESSING. Programmierung statt Gestaltung. Eine Annäherung an digitales Gestalten.
hintergrund: PROCESSING ist eine auf die Einsatzbereiche Grafik, Simulation und Animation spezialisierte objektorientierte, stark typisierte Programmiersprache mit zugehöriger integrierter Entwicklungsumgebung. Sie wird in einem quelloffenen Projekt entwickelt, das am Massachusetts Institute of Technology in Boston von Ben Fry (Broad Institute) und Casey Reas (UCLA Design|Media Arts) initiiert wurde. Processing hat den Charakter einer stark vereinfachten Version der Programmiersprache Java, erlaubt es Interaktionen und visuelle Elemente zu programmieren, und richtet sich vorwiegend an Gestalter, Künstler und Programmieranfänger.
Die Klassenbibliotheken der Programmiersprache zielen vor allem auf das Einsatzgebiet von Processing und berücksichtigen die Themen Video, Grafik, Grafikformate, Sound, Animation, Typographie, 3D, Simulation, Datenzugriff und -transfer, sowie Netzwerkprotokolle.
Im Jahr 2005 wurde Processing mit dem Prix Ars Electronica in der Kategorie Net Vision/Net Excellence ausgezeichnet.
processing ermöglicht die Steuerung von grafischen Elementen in einer wesentlich einfachen Sprache unter Umgehung der üblichen restriktiven Programme wie Photoshop, Illustrator oder Flash. Die Herangehensweise ist entscheidend anders als in den genannten Programmen. Während dort eine wie auch immer geartete Grafik via Speicherung als EPS, TIF oder JPG in eine Mini-Applikation verrechnet wird, erzeugt der Code aus PROCESSING über die Java-Konsole direkt eine Grafik, die nicht durch Programmkonventionen überlagert wird.
Als OpenSource-basiertes Projekt angelegt, ist die Verbreitung und Nutzung dieses Programms erlaubt und sogar gewünscht. Reichhaltige Anwendungen finden sich vor allem im Bereich Präsentation und Kunst/Installation.
